Große Enttäuschung durch Zerstörung
Im Herbst 2025 entstand entlang des Fußwegs zwischen Hamburger Straße und Marschweg ein farbenfrohes gemeinschaftliches Kunstprojekt: Jugendliche aus Kaltenkirchen gestalteten dort, unterstützt von den Streetworker:innen und der Stadt Kaltenkirchen, eine rund 40 Meter lange Wand. Über mehrere Wochen hinweg wurden über 200 Arbeitsstunden investiert, mehr als 40 Spraydosen und 100 Acrylfarben eingesetzt. Das Ergebnis zeigte eindrucksvoll, wie junge Menschen Stadt, Gemeinschaft und Teilhabe wahrnehmen und künstlerisch ausdrücken.
Nun ist ein großer Teil dieses Werkes beschädigt worden. Die Wandbilder wurden großflächig übersprüht. Die Schmierereien überlagern Motive, die im vergangenen Jahr von elf jungen Künstlerinnen und Künstlern geschaffen worden waren.
Die aufgesprühten Kritzeleien enthalten unterschiedliche politische oder szenetypische Schriftzüge. Unter anderem sind Begriffe zu erkennen, die sowohl im linken Umfeld als auch im Fußballfan‑Kontext verbreitet sind. Zusätzlich wurde an einer Stelle ein schwarz-rotes Quadrat übermalt, in dem sich ein schwarzes Hakenkreuz abzeichnet.
Die Enttäuschung über den mutwilligen Eingriff ist groß – insbesondere bei den Jugendlichen, die mit viel Einsatz ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum geschaffen haben. Die Arbeiten waren im Spätsommer 2025 entstanden, in einer Zeit, in der es in Kaltenkirchen kaum leerstehende Flächen gab und kreative Räume im Stadtgebiet bewusst gesucht wurden. Die Wand bot damals eine der wenigen Möglichkeiten, ein gemeinschaftliches Kunstprojekt sichtbar umzusetzen.
Die Finanzierung der Gestaltung erfolgte über die städtische Wirtschaftsförderung im Rahmen des Projekts „Kultur trifft Leerstand“, das im gesamten Kreisgebiet kreative Nutzungen ermöglicht.
Eine Wiederherstellung der Wand ist grundsätzlich vorgesehen. Aktuell fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um die Fläche kurzfristig neu zu gestalten oder zu überstreichen. Bis eine Lösung gefunden ist, bleibt der beschädigte Zustand sichtbar.













