Am 8. September ist Weltalphabetisierungstag
In Deutschland können rund 7,5 Millionen Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben. Etwa 160 der rund 530 vom Bundesfamilienministerium geförderten Mehrgenerationenhäuser engagieren sich aktuell im Sonderschwerpunkt „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz“.
Sprach-Café und persönliche Einzelhilfe
So auch wir! Unser Mehrgenerationenhaus Am Markt bietet ein Sprach-Café, das sich gezielt an Mütter mit kleinen Kindern richtet, die nur eingeschränkt oder überhaupt nicht lesen, schreiben oder rechnen können. Darüber hinaus bieten wir persönliche Einzelhilfe für Menschen unabhängig von Geschlecht und Alter mit Lese- und Schreibschwierigkeiten an.
Damit möchten wir unseren Beitrag zu mehr Chancengleichheit, Teilhabe am sozialen Leben und Unabhängigkeit beitragen – vertraulich und bedarfsorientiert.
Woran kann ich merken, dass jemand Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat?
Die Menschen haben gelernt, mit ihren geringen Lese- und Schreibkenntnissen umzugehen. Sie haben Strategien entwickelt, das Lesen und Schreiben im Alltag zu vermeiden oder (unauffällig) zu delegieren. Folgende Merkmale oder Aussagen können auf funktionalen Analphabetismus hindeuten:
- „Entschuldigung, ich habe meine Brille vergessen. Können Sie mir mal helfen?“
- „Ich habe meine Hand verstaucht“
- „Das ist mir zu klein geschrieben“
- „Ich habe Probleme mit der neuen Rechtschreibung.“
- „Ich nehme die Unterlagen mit nach Hause“
- „Können Sie das mal schnell für mich ausfüllen?“
- schriftliche Einladungen werden ignoriert
- schriftlichen Anordnungen werden nicht nachgekommen
- Arbeiten werden trotz schriftlicher Informationen falsch durchgeführt
- verzerrtes Schriftbild
- Schrift wirkt wie gemalt
- Vorlesen wird vermieden
Mehr als die Hälfte der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten ist erwerbstätig. Die Menschen arbeiten allerdings oft als An- und Ungelernte. Aus der leo-Studie wissen wir außerdem, dass knapp 60 Prozent der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten Männer sind und dass der Durchschnitt der jüngeren Untersuchungsgruppen besser abschneidet als der Durchschnitt der älteren. Fast 20 Prozent der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten haben keinen Schulabschluss, etwa die Hälfte hat untere Bildungsabschlüsse und knapp 12 Prozent höhere Bildungsabschlüsse.
Quelle: Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben Referat 404, Servicestelle Mehrgenerationenhaus, Von-Gablenz-Straße 2-6, 50679 Köln, www.bafza.de
Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Sonderschwerpunkt „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen“ ist Teil der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung. Ziel ist es, das Grundbildungsniveau in Deutschland bis 2026 deutlich zu erhöhen und die gesellschaftliche sowie berufliche Teilhabe gering literalisierter Menschen zu stärken.











