“Geschichten-Sucher”

Einem Großteil der Kinder im Vorschulalter – Fachleute sprechen inzwischen von ca. 65 % – wird zuhause nicht mehr vorgelesen. Erschreckender Weise prägt inzwischen vorrangig das Fernsehen die Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder. Phantasie und Vorstellungskraft bleiben häufig auf der Strecke. Damit entgehen ihnen leider wichtige Erfahrungen und Anregungen, die das spätere eigene Leseverhalten beeinflussen.

Dabei ist Lesen die Schlüsselkompetenz für einen erfolgreichen Bildungsweg!

Die entscheidenden Grundlagen für das Leseverhalten werden vor der Schule gelegt, indem Kinder erfahren, dass es Bücher gibt, Geschichten lesen Spaß macht und viel Spannendes und Interessantes zu entdecken ist. Ganz nebenbei lernen Kinder dieses Medium selbstverständlich zu nutzen und erweitern natürlich ihren Sprachschatz.

Kindern vorlesen wollen die zukünftigen Vorlesepaten, die am Vorleseseminar „Geschichten-Sucher“ bei uns im Hause teilnahmen. 25 interessierte Frauen und Männer unterschiedlichen Alters hatten sich angemeldet und hörten aufmerksam zu, was Diplom-Pädagoge Martin Gries vom Bücherpiraten e.V., der gemeinsam mit der Nordmetall Stiftung das innovative Projekt ins Leben rief, ihnen alles an Tipps und Anregungen zum Vorlesen mit auf den Weg zu geben hatte. „Entscheidend ist die Lust am Vorlesen“, nahm Martin Gries der Runde gleich vorweg sämtliche Hemmungen. Keine Kenntnisse in Sprecherziehung oder dergleichen mehr seien von Nöten, erklärte der Vorlese-Profi. Es sei allerdings entscheidend, ob man eigenen oder fremden Kindern vorlese. Kinder wollen von einer Geschichte in den Bann gezogen werden. Was es dabei alles an Kniffen und Tricks gibt, wie man mit der Stimme spielt und Mimik und Gestik eingesetzt werden können, verriet der Referent. Wie lange sollte eine Vorleseeinheit dauern? Wie sollte die Atmosphäre beim Vorlesen sein? Wie kann man damit umgehen, wenn Kinder das Vorlesen immer wieder durch Fragen unterbrechen? Wie trifft man die richtige Textauswahl? Die Antworten hierfür und jede Menge Leseempfehlungen hatte Martin Giese mit im Gepäck.

Und die Kinder? Die wurden im Rahmen des Projektes „Geschichten-Sucher“ mitgenommen auf die erste interaktive Lesereise für Kinder im Vorschulalter. Die Reise begann mit einer Flaschenpost, in der Käptn Holmsen sie bat, seine Utensilien zwei Wochen bei ihnen unterstellen zu können. Die Kinder lernten Käptn Holmsen und seine Crew durch sein Bordbuch und seine Habseligkeiten, die in einer großen Seemannskiste verstaut waren, kennen. Sie wurden selbst aktiv, indem sie im Laufe des Projektes Teil der Geschichte wurden. Dabei entdeckten sie eigene Geschichten und erforschten die Welt der Buchstaben, Zeichen und Symbole. Was sie als „Geschichten-Sucher“ sicherlich entdeckt haben ist, dass Geschichten erfinden und lesen Spaß macht und dass sie ihr Wissen erweitern können, wenn sie lesen.

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